Florian Schenter

Florian Schenter ist Physiotherapeut, Sportphysiotherapeut, Manualtherapeut, Osteopath und Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision. 


Er leitet das Netzwerk Physiotherapie Hausbesuche Wien und ist Gründer des Therapiekompetenzzentrums, in welchem seine Vorstellung eines interdisziplinären Therapiekonzepts Umsetzung findet.


Seine 15 jährige Therapieerfahrung mit Sportler, Schmerzpatienten sowie chronisch erkrankten Menschen haben seinen Werdegang zu einem multimodalen Therapeuten geprägt.


Seine Arbeitsschwerpunkte sind chronische Erkrankungen, Schmerz und Psychosomatik.

„Ich verstehe die Entstehung von Gesundheit und Krankheit immer in einem psychosomatischen Kontext. Der Mensch ist geprägt von seinen Erfahrungen, seiner Umwelt, seiner Zeit, von genetischen und epigenetischen Faktoren. Die Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist und Seele sind immerwährend vorhanden. Dafür gibt es mittlerweile viele Studien der Neurobiologie und Psychoneuroendokrinologie bzw -immunologie, welche dies belegen. Als Therapeut finde ich es herausfordernd, diese Säulen als Träger der Krankheits- und Gesundheitsentwicklung zu erkennen und den Behandlungsfokus dorthin zu lenken, wo individueller Bedarf besteht. Oftmals steckt ein großer „Aha“ Effekt hinter dieser Aufdeckung, da Betroffene die Ursachen ihrer Probleme ganz woanders vermuten, als sich diese tatsächlich befinden.

Leider besteht allgemein der Trugschluss, dass wir immer funktionieren müssen und Alles aushalten und durchstehen sollen. Dies kann zu Symptomen verschiedenster Art führen, welche zwar kurzfristig durch Medikamente wirksam unterdrückt werden, langfristig aber die Problematik verschlimmern, da die eigentliche Ursache verschleiert bleibt und nicht behandelt wird. Oftmals aus dem einfachen Grund, dass die notwendigen, systematischen Veränderungen als dermaßen überfordernd oder vermeintlich unmöglich erscheinen.

 

Ein Kopfwehpulver kann zwar unmittelbar eine Lösung sein, sich darauf aber zu verlassen führt bei wiederkehrenden Kopfschmerzen zu Ohnmacht und Angst. Wiederkehrende Schmerzen im Kreuz können nicht dauerhaft mit Spritze oder Skalpell gelöst werden.
Generell besteht in unserer Gesellschaft eine zunehmende Häufung chronischer Krankheitsverläufe sowie eine Häufung an Zivilisationserkrankungen. Eine Entwicklung, die dieser Verschleierung geschuldet ist, welche sich auch heute noch durch unser biomedizinisches Paradigma und gesellschaftliches Gesamtbild zeigen.

 

Therapeutisch ist eine interdisziplinäre Behandlung und vor allem Aufklärung unabdingbar. Diagnostisch sind alle Ebenen eines Menschen zu beleuchten. Therapie sollte begleitend sein, sich selbst wieder kennen zu lernen, Defizite und Potenziale zu erfassen und Veränderungen konsequent und sicher umzusetzen. Wir Menschen sind mehr als die Summe unserer Teile. “